Tschüss

November 24, 2008

sehen uns dann in…

 

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Ein Wochenende Elite

November 18, 2008

Morgen gehts zurück nach Deutschland – vorerst. Dafür hatte ich nochmal ein grandioses Wochenende in den USA. Alle deutschen Studenten sollten mal einen Tag nach Yale fahren und sich eine Elite-Uni vor Ort anschauen. Im Vergleich dazu erscheint unsere Elite wie ein Media Markt – nämlich Geiz ist geil. Ausstattung, Betreuung und Struktur des Studiums einfach genial. Dafür gibt es gar nicht genug Superlative, um die Genialität zu loben. Und da ist es auch nicht so schlimm, wenn die künftige Elite in Wohnungen haust, die in Deutschland nicht mal von der Sozialhilfe angeboten würden.

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So klein ist die Welt

November 12, 2008

Sachen gibt, die gibt es eigentlich gar nicht. Ich lass das hier einfach mal unkommentiert stehen.

Vermisstenmeldung!

November 11, 2008

….ok, vermisst nun nicht, sondern ausgezogen. Die Stellung in 74 Adams Street wird jetzt nur noch von mir gehalten. Heidi ist ausgeflogen :(. Müsste in diesen Minuten in Madrid abheben und dann in Frankfurt einfliegen. Eine Woche noch, dann flieg ich hinterher. Bis dahin: Keep on rockin!

Yes we did!

November 6, 2008

Das ist der neue Slogan, der am Dienstagabend durch Washington hallte. Unglaubliches passierte als um 23 Uhr und 25 Sekunden Obama zum Präsidenten ausgerufen. Selbst Amerikaner waren davon überrascht, wie sich die Gefühlen entluden. Viele strömten zum Weißen Haus, ich übrigens auch (aber beruflich), und feierten Obama. „Bush come out“, schrien sie. Aber die lame duck war wohl nicht da. Vielleicht auch besser so, denn einige erklommen doch tatsächlich schon den Zaun am Weißen Haus. Eigentlich eine Todsünde, die meistens von den grimmig dreinblickenden Polizisten mit mindestens einem Schuss in das Bein geahndet wird. Diesmal wiesen sie nur freundlich darauf hin, dass doch nicht zu tun. Der neue Wahlspruch der Obama-Jünger lautet nun: Yes we did! Vorbei ist es mit dem Können, jetzt hat man es geschafft.

Ein Held des Abends war für mich aber McCain – seine Rede war brilliant. Vor so viel Größe in der Stunde der Niederlage kann man nur den Hut ziehen. Obamas Rede war dahingegen fast eher sachlich. Ich dachte immer, dass gleich jemand auf die Bühne stürmt und ihm sagt: Mann, du bist Präsident. Dreh mal durch. Aber war nicht so. Obama hätte sich mal angucken sollen, wie die Masse in DC durchdrehte. Um 3.30 Uhr war vor dem White House noch die Meute am Feiern und knapp 500 Menschen zogen jubelnd durch die Stadt. 

Am nächsten Tag begann dann der Run auf die Zeitungen. Da ich bis 11 ausgeschlafen hatte, war für mich nichts mehr zu holen. Einen Tag später habe ich aber doch noch eine NYTimes erhalten – wie sage ich nicht. Nur soviel: Der historische Moment rechtfertigt alles. 

Fotos von dem Event werden nachgereicht. Ist grad viel los, nächste Woche will ja die Welt die Welt retten. Heißt: Die 20 wichtigsten Staatschefs kommen nach D.C. und planen eine neue Finanzarchitektur. Bin mal gespannt, weil heute der IWF noch offen von einer „Weltrezession“ sprach. Aber jetzt hör ich auf mit dieser negativen Sicht: Wir haben doch den „Change we need“

November 5, 2008

19:01:39          polls closed moments ago

20:00:25          polls closing in 17 states; PY for Obama, IL large victory, Njersey Obama, McCain TN, MD Obama, OH McCain, CT Obama, NH Obama, Maine Obama, Delaware Obama, D.C. Obama, 103-34, GOP strategy has crushed in killer state Pennsylvania

20:03:24          Florida 15% enumerated;

20:04:34          Pennsylvania: red state turned blue (comparison to Bush)

20:30:31          national map: 103 – 34McCain

20:30:53          VA McCain leads (38% enumerated)

20:31:27          SC Dole has lost against Hagan – big loss for the Dole family!

20:33:34          Alabama goes to McCain

20:33:45          103 – 43McCain now

20:45:18          Obama has not yet flipped a state blue! Indiana close (counties)

20:46:19          VA so far everything is going as in 2004

20:53:16          David Axelrod: on splitting the tickets meaningful in Indiana

20:53:56          Tom Delay (House majority leader): NEW HOUSE pred. 261-174GOP chart – looks like Pelosi can rule the house, she will be most important, controls a lot expectedly, important role of the House, it’s gonna be Pelosi the speaker 

21:00:20          new results: Kansas McCAin, NY Obama, Michigan Obama, Minnesota Obama, WN Obama, Rhode Is Obama, ND McCain, WY McCain 

23:03:11          Chicago cheering

23:07:13          New York Party in front of Rockefeller 

23:14:05          CO went to Obama

23:16:15          FL has gone to Obama

23:16:44          John Lewis Congressman Georgia: a day of thanksgiving, a day of celebration, don t know how to express myself, a young african american man is elected president, stron emotional

23:17:45          Jesse Jackson with tears in eyes, crying

 23:18:39          McCain concession speech: called Obama congratulated him, long campaign, respect for Obama’s ability, inspired hopes of so many Americans, this is a historical election – specially for afro-am., US offers opportunities for all

23:24:16          McCain thanks family and friends

23:24:37          333 – 156McCain

23:24:57          McCain thanks Sarah Palin, Palin with tears in eyes

23:29:05          white house: crowd in front of

23:29:26          quoting Bush

23:29:52          60 000 inside Grand Park

23:40:10          Hillary Clinton quote

23:40:39          338 – 156McCain

23:45:04          this is a landslide

3:50:38          Reporter Ron Mott in Kisumu, Kenya celebrations dancin people

23:51:48          Parties: Chicago, New York, Washington

23:58:03          Obama comes on stage with family

23:59:07          Obama starts speech

23:59:49          everything is possible, people who waited for hours

00:01:18          arch of history

00:01:54          McCain called

00:02:48          Thanks Sen. Biden, Thanks Michelle

00:03:34          Jesse Jackson in the crowd

00:04:48          best political campaign in history

00:08:14          YES WE CAN

00:11:12          I will be your President too, to McCain supporters

00:23:10          Obama and Michelle leaving stage

01:05:54           no final numbers Alaska is to close to call

01:08:39          National Holiday declared by President of Kenya

Die Welt wird mit Barack Obama als Präsident mit anderen Augen auf die USA schauen.

03:25:00          ENDE der Wahlnacht: in Washingtons Straßen wird es leer, vor dem Weißen Haus sind nur noch ein paar wenige Obama-Fans. Ich bin gespannt wie sie aus ihrem Traum morgen, am 20. Januar und in einem Jahr aufwachen werden.

Der Obama-Moment

November 4, 2008

Jesse Jackson hat geweint – das ist das Bild des Abends: Obama hat es geschafft. Jetzt ist gleich S E I N großer Moment – die Siegerrede vor Hunderttausenden in Chicago und dem Rest der Welt.

Bei MSNBC spekulieren die Moderatoren, wie sich Obama in dem Moment gefühlt hat, als ihm klar wurde: er wird 44. Präsident: Eine große Last sei es auf seinen Schultern, so viele setzten so viel Hoffnung in ihn.

Jetzt haben auch wir es getan: Noch rechtzeitig bevor die Wahllokale schließen, sprechen sich Heidi und Johannes für Barack Obama als 44. US-Präsidenten aus. Alle langen und wichtigen Leitartikel zu diesem Thema sind bereits geschrieben worden. Da brauchen wir jetzt nicht mehr einsteigen. Das können New York Times, Washington Post und Los Angeles Times „noch“ besser. Gestern Abend hat Obama auf seiner letzten Rally in Manassas/Virginia nochmal überzeugt: 90 000 Menschen schauten sich das Ende einer 20-monatige Wahlkampftour an, die heute am 4. November zu Ende gilt. Um es mit den Worten eines Freundes im Elitetempel in Yale zu sagen: Jetzt wählt ihn doch endlich . Da bleibt nichts mehr hinzuzufügen! Bitte, liebe Amerikaner, macht keinen Fehler.

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Anstehen für CHANGE

November 4, 2008

Live aus der Wahlhektik – die gerade etwas durchhängt, denn jetzt müssen die 213 Millionen Wahlberechtigten erst mal Schlange stehen und wählen. Die Wahllokale haben hier an der Ostküste teilweise schon seit 6 Uhr auf. Ich war um 7 bei einem Wahllokal in Washington. Dort standen die Menschen bis um die Ecke der nächsten Straße. Super Zufall: Als wir dort gedreht und Interviews gemacht haben, kam der Bürgermeister von Washington. Er war nur begleitet von einer PR-Frau und hat den Leuten, die da anstanden die Hände geschüttelt und mit ihnen geplaudert. Total locker der Typ – ein wenig wie Obama und nicht nur deswegen, weil er schwarz ist. Sein Vater ist Schuhverkäufer und er wirkt sehr sympathisch, kann Leute für sich gewinnen. Er hat mit den Leuten gescherzt, sie haben sich bei ihm nach seiner schwangeren Frau erkundigt. Er hat immer wieder gesagt: „Please, vote for Obama.“

Im seit 44 Jahren republikanischen Virginia waren die Schlangen zu den Schulen, Feuerwehrgeräteschuppen und Kirchen nicht kürzer. Im Gegenteil: um 8.30 Uhr standen sie schon in Doppelschlangen. Und wenn man durch D.C. fährt, sind immer wieder irgendwo Schlangen zu sehen. Leute, die Zeitung lesen und darauf warten, ihre Stimme abgeben zu können.

Jetzt heißt es warten.

Wegen der verschiedenen Zeitzonen werden wohl erst nach 22 Uhr Eastern, vielleicht noch später, Hochrechnungen vorliegen. Unglaublich, dass jetzt der große Tag da ist und nichts passiert.

Gestern war ich noch bei Obama, der seine letzte Wahlkampfveranstaltung hatte. 80 000 (!) waren in Manassas/Virginia. Obama war beeindruckend. Er war viel zu spät – seine Großmutter ist gestorben. Seine Rede startete wie immer, Wirtschaft, Bush, Gesundheit. Ich begann mich schon zu ärgern, dass ich mir die Nacht um die Ohren schlage. Dann kam eine Geschichte, die er erzählte und Obama kann Geschichten so erzählen, dass man völlig vergisst, wie kalt, naß oder spät es ist! Obama erzählte, ein letztes Mal wohl, die Greenwood-Geschichte. (man achte auf Obamas ehrliches, spontanes Lachen bei ca. 4:50, war toll)

Obama ist kein Politiker, er ist schon fast eine Religion. Die Leute sind so von ihm begeistert, sie bringen ihre Kinder zu einer Rally spät am Abend, sie umarmen ihre Kinder, als Obama auf die Bühne tritt, sie beten, sie flippen aus und gehen total glücklich nach Hause. In ihren Blicken und Gesten sieht man wie viele Emotionen in diesem Tag heute stecken.  Hoffentlich werden sie nicht enttäuscht!

Hier geht’s zum ZDF-Blog: Fotos&Text zur Obama-Rally in Manassas.