Anstehen für CHANGE

November 4, 2008

Live aus der Wahlhektik – die gerade etwas durchhängt, denn jetzt müssen die 213 Millionen Wahlberechtigten erst mal Schlange stehen und wählen. Die Wahllokale haben hier an der Ostküste teilweise schon seit 6 Uhr auf. Ich war um 7 bei einem Wahllokal in Washington. Dort standen die Menschen bis um die Ecke der nächsten Straße. Super Zufall: Als wir dort gedreht und Interviews gemacht haben, kam der Bürgermeister von Washington. Er war nur begleitet von einer PR-Frau und hat den Leuten, die da anstanden die Hände geschüttelt und mit ihnen geplaudert. Total locker der Typ – ein wenig wie Obama und nicht nur deswegen, weil er schwarz ist. Sein Vater ist Schuhverkäufer und er wirkt sehr sympathisch, kann Leute für sich gewinnen. Er hat mit den Leuten gescherzt, sie haben sich bei ihm nach seiner schwangeren Frau erkundigt. Er hat immer wieder gesagt: „Please, vote for Obama.“

Im seit 44 Jahren republikanischen Virginia waren die Schlangen zu den Schulen, Feuerwehrgeräteschuppen und Kirchen nicht kürzer. Im Gegenteil: um 8.30 Uhr standen sie schon in Doppelschlangen. Und wenn man durch D.C. fährt, sind immer wieder irgendwo Schlangen zu sehen. Leute, die Zeitung lesen und darauf warten, ihre Stimme abgeben zu können.

Jetzt heißt es warten.

Wegen der verschiedenen Zeitzonen werden wohl erst nach 22 Uhr Eastern, vielleicht noch später, Hochrechnungen vorliegen. Unglaublich, dass jetzt der große Tag da ist und nichts passiert.

Gestern war ich noch bei Obama, der seine letzte Wahlkampfveranstaltung hatte. 80 000 (!) waren in Manassas/Virginia. Obama war beeindruckend. Er war viel zu spät – seine Großmutter ist gestorben. Seine Rede startete wie immer, Wirtschaft, Bush, Gesundheit. Ich begann mich schon zu ärgern, dass ich mir die Nacht um die Ohren schlage. Dann kam eine Geschichte, die er erzählte und Obama kann Geschichten so erzählen, dass man völlig vergisst, wie kalt, naß oder spät es ist! Obama erzählte, ein letztes Mal wohl, die Greenwood-Geschichte. (man achte auf Obamas ehrliches, spontanes Lachen bei ca. 4:50, war toll)

Obama ist kein Politiker, er ist schon fast eine Religion. Die Leute sind so von ihm begeistert, sie bringen ihre Kinder zu einer Rally spät am Abend, sie umarmen ihre Kinder, als Obama auf die Bühne tritt, sie beten, sie flippen aus und gehen total glücklich nach Hause. In ihren Blicken und Gesten sieht man wie viele Emotionen in diesem Tag heute stecken.  Hoffentlich werden sie nicht enttäuscht!

Hier geht’s zum ZDF-Blog: Fotos&Text zur Obama-Rally in Manassas.

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