– Maßkrüge sind aus Plastik

– Mercedes-Limousinen und schicke, teure, schwarze Geländewagen stehen in provisorischen Hüttenverschlägen, die wohl die Garage sein sollen

– Experten und Wissenschaftler können in Achtwortsätzen komplizierte Zusammenhänge erklären.

– mitten in Häuserreihen sehe ich immer wieder ein Häuschen, das als Kirche umfunktioniert wurde: über dem Eingang hängt ein Schild „Baptist Church“ oder so ähnlich, irgendwo ein Kreuz

– Amerikaner lieben die Dönerladen-Gemütlichkeit: Hauptsache billige Plastiksitzgruppen in der Farbe der Fast-Food-Kette, bei der man gerade Kunde ist und Berge von Müll vor sich. Dazwischen irgendwo vergraben: Pommes, Burger oder Eisshakes in Plastikbechern. Auf die Atmosphäre kommt es ja nicht an.

– zur Begrüßung sagt man „Wie geht’s dir?“, man antwortet: „Good and you?“ vielleicht sollte ich mal ausprobieren was passiert, wenn man bad sagt?

– es ist Anfang Oktober und ich laufe immer noch in kurzen Hosen und T-Shirt herum

– der 7:54 Bus fährt um 7:50 ab, der 8:04 Bus kommt nie, darum fährt der 8:13 Bus immer um 8:09 ab

Dass die Busse hier mehr oder weniger irgendwann fahren, kommt mir, der Zuspätkommerin, sehr entgegen. Ich muss mich quasi nie über mich selbst ärgern, sondern kann dem Bus alle Schuld zuschieben 😉 Darum: nicht alles, was ich auf die Liste schreibe ist negativ gemeint. Bis demnächst!

– alle joggen an vierspurigen Hauptstraßen entlang, die mitten durch die Stadt führen

– es gibt hier Fast Food Restaurants, die aussehen wie eine Bank: ganz leerer Raum,   eine dicke Scheibe und eine kleine Durchreiche für Essen und Getränke

– man darf keine kurzen Hosen bei der Arbeit im Büro anziehen, aber gegen einen   riesigen Ausschnitt sagt keiner was

– es gibt zwei Klimazonen hier in der Stadt: die Antarktis und die Sahara aka. Bürogebäude und draußen

– ich (23 und 3 Monate) muss den Ausweis zeigen, wenn ich Bier kaufe; Paula (55 und 2 Monate) muss den Ausweis zeigen, wenn sie Bier kauft

– die Leute grillen hier im Vorgarten (2 auf 3 Quadratmeter) mit all ihren Freunden und stellen das Auto davor, um dröhnenden Hip Hop zu hören

– wenn man die Hand in den Abguss der Spüle steckt, werden einem die Finger abgehackt

– abends um 11 ist daheim morgens um 5

– Paula (meine Mitbewohnerin) springt auf und freut sich, als sie einen schwarzen Republikaner im Fernsehen sieht: ‚Where does HE come from? Did they pay him?‘

Ihr könnt euch anhand dieser Dinge vielleicht so ungefähr vorstellen, wie es hier für mich so ist. Ich habe auf jeden Fall meinen Spaß und mir geht es gut. Bestimmt werden mir noch einige solche ‚odd things‘ begegnen, in diesem Sinne: 2 be continued!